Jährlicher Präventionstag: Mein Körper, meine Gefühle, meine Grenzen


Der heutige Tag stand für unsere Grundschüler ganz im Zeichen der Prävention. An vier abwechslungsreichen Stationen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Themen auseinander: dem eigenen Körper, den eigenen Gefühlen, persönlichen Grenzen sowie guten und schlechten Geheimnissen.

Mein Körper gehört mir

An der ersten Station ging es um den eigenen Körper und die Frage, welche Berührungen in Ordnung sind und wo die persönlichen Grenzen liegen. Mithilfe von Puzzlebildern eines nackten Mannes und einer nackten Frau lernten die Kinder verschiedene Körperbereiche kennen und sprachen darüber, welche Bereiche besonders privat sind. Dabei wurde deutlich: Jeder Mensch darf selbst bestimmen, wer ihn wo berühren darf. Die Kinder wurden darin bestärkt, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu benennen.

Ich vertraue meinen Gefühlen

An der zweiten Station drehte sich alles um die eigenen Gefühle und das sogenannte Bauchgefühl. Die Kinder erfuhren, dass ein ungutes Bauchgefühl ein wichtiges Warnsignal sein kann, auf das man hören sollte.

Mit pantomimischen Darstellungen stellten sie unterschiedliche Gefühle dar, die ihre Mitschülerinnen und Mitschüler erraten sollten. Dabei wurde deutlich, wie schwierig es manchmal ist, die Gefühle anderer Menschen richtig zu erkennen und wie ähnlich sich verschiedene Gefühlsausdrücke sein können. Eine anschließende Traumreise lud die Kinder dazu ein, sich mit ihrer eigenen Gefühlswelt auseinanderzusetzen. Zum Abschluss ordneten sie ihre Bauchgefühle den Emotionen Trauer, Wut, Angst und Freude zu.

Meine Grenzen – deine Grenzen

Wie kann ich deutlich machen, dass jemand meine persönlichen Grenzen überschreitet? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Kinder an der dritten Station. Sie übten klare und selbstbewusste Aussagen wie „Halt, Stopp! Ich will das nicht!“ oder „Nein! Lass das!“.

Dabei kam es nicht nur auf die Worte an: Ein fester Stand, eine entschlossene Mimik und deutliche Handzeichen helfen dabei, die eigene Haltung zu zeigen. Gleichzeitig lernten die Schülerinnen und Schüler, auch die Grenzen anderer zu respektieren. Sie achteten auf Mimik und Gestik ihrer Mitmenschen und überlegten, wie sie ihr eigenes Verhalten wahrnehmen und gegebenenfalls verändern können.

Gute und schlechte Geheimnisse

An der vierten Station beschäftigten sich die Kinder mit dem Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen. Sie sprachen darüber, dass schöne Geheimnisse Vorfreude bereiten können, während belastende Geheimnisse Angst machen oder ein ungutes Gefühl hinterlassen.

Um die Belastung durch schlechte Geheimnisse anschaulich zu machen, legten die Kinder für jedes schlechte Geheimnis einen Stein in einen Rucksack. Am Ende setzten sie den gefüllten Rucksack auf und spürten, wie schwer eine solche Last werden kann. Gemeinsam überlegten sie, an wen sie sich wenden können, wenn sie ein Geheimnis belastet und sie Hilfe benötigen.

Ein wichtiger Tag für ein starkes Miteinander

Der Präventionstag bot den Kindern viele Gelegenheiten, sich auszutauschen, Neues zu lernen und eigene Erfahrungen zu reflektieren. Sie erfuhren, wie wichtig es ist, auf die eigenen Gefühle zu hören, die persönlichen Grenzen zu kennen und deutlich zu kommunizieren. Ebenso wichtig ist es, die Grenzen anderer zu achten und sich bei belastenden Situationen Unterstützung zu holen.

Denn jedes Kind hat das Recht, sich sicher zu fühlen, Nein zu sagen und Hilfe zu bekommen.